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Höhepunkte Kubas

Zusammen mit einigen unserer Kunden durfte ich mich auf den Weg nach Kuba machen. Nach Ankunft am späten Abend erhaschen wir während der etwa 30minütigen Fahrt zum Hotel nur noch einen kleinen Eindruck von Havanna, fallen ins Bett und freuen uns umso mehr auf die nächsten Tage.

Der erste Eindruck bei Tageslicht ist klasse. Mir fallen sofort die vielen bunten Oldtimer auf und ich freue mich schon auf den Nachmittag, wenn wir Platz nehmen dürfen. Vorab aber erst einmal zu Fuß: Das historische Zentrum Havannas wurde 1982 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Wir spazieren durch kleine Gassen und sehen alte Kubaner Zigarre rauchend im Schatten sitzen und junge Kubaner mit einer Art Kaufladen mit frischem Obst durch die Straßen ziehen.

Es geht unter anderem zum Plaza de las Armas, dem ältesten Platz in Havanna. Heutzutage findet hier fast jeden Tag ein Büchermarkt statt, im 16. Jahrhundert war er das Zentrum der Stadt mit dem Palast des Generalkapitäns. Den Palast findet man hier natürlich immer noch und dieser kann besichtigt werden.  Viele Pflanzen und eine Figur des Christoph Kolumbus erwarten einen beim Betreten des schönen Innenhofs. Im Innern des Palastes befindet sich heute ein Museum über die Geschichte Havannas. Vor dem Palast finden wir einige Straßenkünstler, die sich u.a. wie der junge Che Guevara verkleiden. Achtung, für jedes Foto wird Geld verlangt!

Und jetzt geht´s endlich los – wir dürfen Platz nehmen in einem leuchtend violetten Oldtimer! Der erste Griff geht Richtung Anschnallgurt – vergebens... Gurte gibt es keine, und auch die Tempoanzeige scheint nicht zu funktionieren. Aber wir nehmen es heute mal nicht so ernst und genießen die Fahrt durch Havanna. Eine Fahrt im Oldtimer ist ein Muss für alle Havanna-Besucher!

Der Tag endet mit einer Show beim Open-Air-Cabaret „Tropicana“. Über 150 Artisten und Show-Girls in aufwändigen Kleidern führen durch verschiedene Epochen. Mit € 105,- ein – wie ich finde – etwas überteuertes Vergnügen, für eine schöne Show in nettem Ambiente. Für mich persönlich kein Pflichtprogramm, die meisten anderen Gäste sind allerdings begeistert.

Am nächsten Tag geht es für uns innerhalb eines Tagesausflugs in die Tabaklandschaft von Pinar del Rio. Wir fahren ins Viñales-Tal. Hier gibt es die besten Tabakböden der Welt. Wir besuchen eine kleine Tabakfabrik, große Tabakblätter hängen in Schuppen zum Trocknen. Wir lassen uns erklären, wie man eine Zigarre richtig dreht. Beim Kauf von kubanischen Zigarren muss man vorsichtig sein, weil es qualitativ große Unterschiede gibt.

Weiter geht es  zu den imposanten Kalksteinfelsen, welche auch Mogotes genannt werden. Eine wunderschöne grüne Landschaft erwartet uns – sehr sehenswert!

Abschließend besuchen wir die „Mural de la Prehistoria“, eine der größten Sehenswürdigkeiten der Provinz Pinar del Rio. Es handelt sich hierbei um ein Kunstwerk eines mexikanischen Künstlers aus dem Jahr 1961, eine prähistorische Wandmalerei, die 120 Meter hoch und 180 Meter breit ist. Das Kunstwerk ist beeindruckend, und trotzdem habe ich leider das Gefühl hierher gebracht worden zu sein, um meinen Geldbeutel zu öffnen.

Am nächsten Morgen geht’s weiter Richtung Zentralkuba. Die Straßenverhältnisse sind relativ schlecht und wir sind froh, einen guten Busfahrer zu haben, der recht geschmeidig Slalom um die Schlaglöcher fährt. Immer wieder stehen Gruppen von Kubanern an den Straßen und hoffen auf eine Mitfahrgelegenheit. Dieses Bild ist etwas gewöhnungsbedürftig und ich habe oft ein schlechtes Gewissen, weil viele Plätze in unserem Bus leer bleiben. Den Busfahrern ist es aber verboten, einen mit einer Reisegruppe besetzten Bus mit Anhaltern zu füllen. Fahren die Busfahrer ohne Gäste sieht es übrigens zum Glück anders aus!

Gegen Mittag erreichen wir Cienfuegos. Cienfuegos wird auch „Perle des Südens“ genannt und beeindruckt mit französischer Kolonialarchitektur. Während eines Spaziergangs besuchen wir die Altstadt mit dem Hauptplatz José Martí und das nostalgische Terry Theater – hier sang schon der berühmte Opernsänger Enrico Caruso!

Nachmittags erreichen wir unser Hotel, wo wir den Abend entspannt ausklingen lassen und im Pool noch ein paar Bahnen ziehen.

Früh morgens geht’s weiter über Santa Clara nach Trinidad. In Santa Clara errang der Freiheitskämpfer Che Guevara seinen größten Sieg. Es liegt daher nah, dass er hier seine letzte Ruhestätte fand, die wir uns selbstverständlich anschauen. Im Mausoleum befindet sich neben den sterblichen Überresten von Che Guevara und 29 seiner Kampfgefährten außerdem ein Museum. Das Mausoleum befindet sich am Plaza del Che, welcher sich über 17.556 qm erstreckt und bei politischen Kundgebungen Platz für 80.000 Personen bietet – sehr beeindruckend, diese Größe! Außerdem findet man dort das monumentale Denkmal von Che mit einer riesigen Bronzeskulptur und Darstellungen verschiedener Schlachten und einem Abschiedsbrief an Fidel.

Auf der Fahrt nach Trinidad lassen wir die Eindrücke sacken.  Trinidad erwartet uns mit prächtigen Herrenhäusern und bunten Gässchen, die liebevoll erhalten werden. Für mich persönlich ist Trinidad eines der Highlights auf der Reise! Abends besuchen wir das Casa de la Trova, wo wir bei einem Cuba Libre und toller live-Musik den Abend ausklingen lassen.

Auf den heutigen Tag haben sich viele der Gruppe besonders gefreut – es geht in den Regenwald! Die Fahrt ist holprig auf der kurvenreichen Straße Richtung Nationalpark Topes de Collantes in der Sierra del Escambray. Angekommen nehmen wir an einer Wanderung durch den „Parque Guanayara“ teil. Unser Guide zeigt und erklärt uns viele der Tiere und Pflanzen, wie den Nationalvogel Kubatrogon, der mit seinen roten, blauen und weißen Federn in den Farben der Nationalflagge strahlt.

Wir sehen Wasserfälle und folgen dem teilweise recht schmalen Weg zu einer natürlich Lagune – eine willkommene Abkühlung! Wundervoll! Weiter geht’s. Wir entdecken brütende Kolibris in ihren Nestern und Ananas-Pflanzen mit besonders großen Früchten.
Abends fallen wir erschöpft ins Bett – es war ein toller Tag!

Heute führt uns die Fahrt zunächst nach Sancti Spiritus. Nach einem Stadtrundgang geht es direkt weiter nach Camagüey. Der Ort ist bekannt für seine „Tinajones“ - diese riesigen, bauchigen Tonkrüge wurden hier ab dem 16. Jahrhundert hergestellt. Aufgefangenes Regenwasser konnte darin gelagert und frisch gehalten werden. Später dienten sie auch zum Konservieren von Öl und Wein. Abends geht’s ins Hotel.

In Kuba muss man davon ausgehen, dass die Hotels nicht dem europäischen Standard entsprechen. Es fehlen meist die finanziellen Mittel, um die Hotels und Zimmer zu renovieren. Häufig ist etwas kaputt, aber dennoch sauber. Unsere Gruppe hatte trotzdem recht viel Glück, alle Hotels waren vollkommen OK, außer in Camagüey – aber es hilft ja nicht. Eine Nacht und weiter geht’s.

Wir verlassen Camagüey Richtung „El Cobre“, dem wohl bekanntesten Wallfahrtsort Kubas. Dort besuchen wir die Basilika mit der hölzernen Heiligenfigur der barmherzigen Jungfrau.

Unser Tagesziel ist Santiago. Sie ist die zweitgrößte Stadt Kubas und man merkt gut, wie sich das Stadtbild ändert, je näher wir kommen. Nach dem Abendessen geht’s erneut in eine Casa de la Trova, wo wir wiedermal die Lebensfreude der Kubaner bei guter Musik und gutem Rum erleben dürfen.

Nach einem Stadtbummel durch Santiago am nächsten Morgen werden wir zu unserem Hotel in Guardalavaca gebracht. Hier haben wir die Gelegenheit, die Reise Revue passieren zu lassen und die letzten Tage in Kuba am Traumstrand in einem schönen Hotel ausklingen zu lassen.
Tagsüber genieße ich die karibische Sonne, unternehme Spaziergänge und entdecke beim Schnorcheln einige bunte Fische. Abends genießen wir gemeinsam unseren letzten Cuba Libre, während wir in den Spezialitäten-Restaurants leckeren Fisch und vieles mehr probieren.

Ich habe während der Reise einen guten Eindruck Kubas erhalten und würde mich freuen, Ihnen mit meinen Erfahrungen für Ihre eigene Reise zur Seite zu stehen!

Hanna van Gemmeren

 

EINREISE
Für die Einreise nach Kuba ist ein mind. 6 Monate nach Reise gültiger Reisepass und eine sogenannte Touristenkarte notwendig. Die Touristenkarte muss vorab beantragt werden. Viele Reiseveranstalter bieten die Zubuchung der Touristenkarte ebenfalls an. Außerdem ist jeder Kubareisende verpflichtet, bei der Einreise einen für Kuba gültigen Krankenversicherungsschutz für die vorgesehene Aufenthaltsdauer nachzuweisen.

KLIMA
Für Mitteleuropäer ist das Wetter das ganze Jahr über angenehm. In der deutschen Sommerferienzeit muss man auf Kuba mit Temperaturen um die 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 90-95% rechnen. Im "Winter" ist die Luftfeuchtigkeit wesentlich geringer, die Temperaturen liegen dann bei um die 25 Grad. Von Mitte Mai bis Mitte Oktober dauert die Regenzeit. Von Juni bis November ist Hurrikan-Saison.

SPRACHE
In Kuba wird Spanisch gesprochen. Und das fast ausschließlich. Mit Englisch kommt man eher bei jüngeren Kubanern weiter. Oft geht es – wie überall auf der Welt – mit Händen und Füßen.

DEVISEN
In Kuba gibt es zwei offizielle Währungen: den CUC (Cuban Peso Convertible) für Ausländer und den CUP (Cuban Peso) für die Einheimischen. Mit Euro oder Dollar kann man dort nicht bezahlen.
Wechselstuben gibt es in Banken und in Hotels. Empfehlenswert ist es, immer genug Bargeld zur Verfügung zu haben, da Kartenzahlungen nicht so weit verbreitet sind. Trotzdem ist es natürlich auch hier empfehlenswert, eine Kreditkarte mitzunehmen. Achtung: Kreditkarten US-amerikanischer Institute (z.B. American Express) werden nicht angenommen.

IMPFUNGEN
Für die Einreise nach Kuba gibt es keine Pflichtimpfungen, es werden aber die Standardimpfungen empfohlen. Weitere Infos dazu finden Sie auch auf der Homepage vom Auswärtigen Amt.

FOTOGRAFIEREN
Es ist verboten, militärische Objekte, Brücken und Flugplätze und verschiedene öffentliche Gebäude zu fotografieren, die als solche allerdings nicht immer gekennzeichnet sind. Mit zona militar bezeichnetet Gebiete dürfen weder betreten noch fotografiert werden.