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Finnland - Schneeparadies

Nach einem Zwischenstopp in Helsinki sind wir am Heimatflughafen des Weihnachtsmannes angekommen – Rovaniemi.

Nur wenige Kilometer nördlich der Hauptstadt finnisch-Lapplands verläuft der Polarkreis. Doch zunächst geht es für uns Richtung Süden in die Region Iso Syöte. Es ist bereits recht dunkel, aber wir können erahnen, wie die Landschaft aussieht: Bäume wohin man blickt! Wälder und freie Flächen, wo sich vermutlich zugefrorene und schneebedeckte Seen befinden, wechseln sich ab. Außerhalb Rovaniemis werden die Straßen immer schneebedeckter. Die Straßen zu räumen scheint sich hier nicht zu lohnen, also fahren die Busse mit Spikes. In Deutschland undenkbar, bei solchen Straßenverhältnissen mit einem großen Reisebus diese Strecke zurückzulegen, hier völlig normal. Nach knapp 2 Stunden Fahrt kommen wir endlich im Hotel an. Das Fjällhotel Iso Syöte liegt idyllisch auf dem Gipfel des Iso-Syöte Berges. Hier oben liegt noch deutlich mehr Schnee als „unten“ am Flughafen und wir versuchen, unsere Koffer sicher in unsere Unterkünfte zu bekommen. Wir übernachten in Fjell Top Cottages, tollen Holzhäusern, die komplett ausgestattet sind, natürlich auch mit Sauna. Es heißt, dass es in Finnland so viele Saunen gibt, dass alle 5,4 Millionen Finnen darin gleichzeitig Platz haben. Das ist wahr, denn Schätzungen zufolge gibt es zwischen zwei und drei Millionen Saunen in Finnland.

Am nächsten Tag geht es los – wir bekommen Wärmebekleidung, welche aus einem Schneeoverall, Wollsocken, Winterstiefeln und Fäustlingen besteht. Nach einer Einweisung des Schneemobils bekommen wir jeweils zu zweit ein Schneemobil. So ein Mobil ist wahnsinnig schwer und dadurch nicht besonders handlich. Aber es macht Spaß, obwohl man wirklich sehr konzentriert sein muss. Leider ist das Wetter heute nicht ganz so gut, es ist sehr nebelig. Trotzdem ist es toll, durch die verschneite Landschaft zu fahren. Ziel der Fahrt ist eine Huskyfarm, die etwa 45 Minuten entfernt liegt. Sicher an der Huskyfarm angekommen staune ich schon wieder. So viele Huskys! Die Huskys werden in abgezäunten Bereichen gehalten, jeweils immer zwei bis drei Hunde zusammen. Hier bekommen wir die nächste Einweisung, dieses Mal in Schlittenhundefahren. Auch hier fahren wir wieder in Zweiergruppen, einer sitzt vorne, der andere steht dahinter auf dem Schlitten. Während die Schlitten für alle vorbereitet werden wird das Bellen und Jaulen der Hunde immer lauter, die Geräuschkulisse ist verrückt. Dann geht es los, alle hintereinander. Lenken kann man nicht wirklich, außerdem folgenden die Huskys dem „Anführer“ ganz automatisch, sodass man nur darauf achten muss, nicht zu dicht aufzufahren und rechtzeitig versucht zu bremsen. Es ist einfach unglaublich schön. Kaum dürfen die Huskys losrennen herrscht komplette Stille. Hier geht gerade ein Traum in Erfüllung und ich kann es fast nicht glauben. Wirklich wunderschön! Auf halber Strecke wechseln Fahrer und Beifahrer die Plätze. Wie immer geht die Zeit viel zu schnell vorbei. Wieder zurück an der Huskyfarm bekommen wir in einer urigen kleinen Holzhütte leckeres hausgemachtes Essen. Danach fahren wir mit den Schneemobilen zurück zum Hotel.

 

Der Nachmittag steht dann zur freien Verfügung. Die einen leihen sich Ski, die anderen einen Schlitten. Wieder andere nutzen die Sauna oder den Poolbereich.
Am Abend essen wir alle zusammen und lassen die Eindrücke vom Tag sacken. Das kann man kaum übertreffen, und das gleich am ersten Tag.

Am nächsten Morgen fahren wir nach dem Frühstück zurück nach Rovaniemi, wo wir uns das Arctic TreeHouse Hotel anschauen. „Wohnen wie in einem Baumhaus“ ist hier das Motto, bei dem man in hochwertigen Suiten und Appartements mit riesigen Panoramafenstern vom Bett aus tagsüber auf die lappländische Wildnis und nachts auf den Nordhimmel blickt.

Hier essen wir zu Mittag und fahren dann nach Levi. Levi ist das größte und bekannteste Wintersportzentrum Finnlands. Unser Hotel, das Break Sokos Hotel Levi, liegt nur wenige Gehminuten von den Liftanlagen ins Skigebiet entfernt. An dieser Reise nehmen viele Teilnehmer teil, die in kleinere Gruppen aufgeteilt wurden. An diesem Abend kommen nun alle Gruppen zusammen und wir bekommen ein tolles Menü im Hotel Levi Panorama, welches auf dem Berg Levi liegt und von wo aus man einen tollen Überblick über den Ort hat. Hier esse ich zum ersten Mal Rentierfleisch. Es ist OK, aber ungewohnt. Wir lassen den Abend bei Musik ausklingen und fallen ins Bett.

 

Für den nächsten Tag ist eine Art Messe geplant, bei der wir von einigen Veranstaltern und lokalen Anbietern Informationen bekommen.

Am Abend trifft sich die große Gruppe, gekleidet in warmen Schnee-Overalls, die wir bereits am Vortag erhalten haben, am Pistenrestaurant Ravintola Vinkkari. Ein DJ bringt die Leute in Stimmung, es gibt ein Outdoor-BBQ und wir tanzen bei guter Musik im Schnee. Anschließend geht es für diejenigen, die noch fit sind, weiter in die Karaoke-Bar. Denn Karaoke ist DAS Hobby der Finnen – im ganzen Land gibt es ca. 2000 Karaoke-Bars.

 

Der nächste Tag wird wieder aktiv: Wir haben die Wahl zwischen Skilaufen, Langlaufen, Snowbike fahren oder Schneeschuhwandern. Meine Wahl fällt auf die Schneeschuhwanderung, weil ich sowas noch nie gemacht habe. Die Schneeschuhe werden an die eigentlichen Winterschuhe geschnallt, sodass man auf einer größeren Fläche läuft und so auch in tieferem Schnee nicht so weit einsinkt. Wir laufen eine tolle Strecke durch den Wald. Es herrscht absolute Stille, jeder konzentriert sich auf sich und auf die wunderschöne Umgebung. Man hört nur das Knirschen vom Schnee. Unser Guide erklärt uns zwischendurch Einiges zur Umgebung und zum Leben hier. Man merkt, wie verbunden die Finnen mit der Natur sind. Sowieso sind die Finnen, soweit ich das bis hierher beurteilen kann, ein sehr nettes, freundliches, aufgeschlossenes und entspanntes Volk, sehr angenehm!

Nach der Schneeschuhwanderung schnappe ich mir doch noch ein paar Skier. Weil das Wetter im Vergleich zum Vormittag aber wieder schlechter geworden ist dauert meine Fahrt nicht lang. Es ist einfach zu windig und damit auch zu kalt. Am späteren Nachmittag wird das Wetter etwas besser, es schneit ein bisschen. Und so beschließen wir in einer kleinen Gruppe, einen Abstecher in den Wellnessbereich zu machen, wo wir uns draußen im warmen Whirlpool vom Schnee berieseln lassen.

 

Der Abend findet im Bergrestaurant Tuikku statt. Wie der Name schon sagt geht es hoch auf einen Berg. Das Restaurant liegt total einsam und verlassen, aber ist von Innen wiedermal schön gemütlich eingerichtet. Auch hier gibt es Rentierfleisch, dieses Mal schmeckt es mir aber deutlich besser. Im Anschluss an das Essen spielt für uns eine finnische Band. Und dann, als hätte ich nicht schon genug erleben dürfen, haben wir das große Glück, die Nordlichter zu sehen. Alle strömen schnell nach draußen, weil man nie weiß, wie lange die Nordlichter zu sehen sind. Wir haben Glück, die Lichter tanzen eine ganze Weile am Himmel. Es ist wunderschön und ein unglaublich tolles Erlebnis! In verschiedenen grün und lila Tönen schweben die Lichter über uns und verändern sich die ganze Zeit. Auf Fotos ist das kaum festzuhalten, aber dafür habe ich ja die Erinnerung.

 

Der nächste Tag, jetzt wieder in einer kleinen Gruppe unterwegs, führt uns zum wohl bekanntesten Einwohner Finnlands – dem Weihnachtsmann! Wir fahren wieder Richtung Rovaniemi ins Weihnachtsmanndorf mit „Santa Claus Holiday Village“, kleinen gemütlichen Holzhäusern, die man mieten kann, dem weihnachtlichen Postamt und natürlich dem Weihnachtsmannhaus. Wir befinden uns hier direkt am Polarkreis. Polarkreise sind die Kreise des Breitengrads, auf denen die Sonne an den Tagen der Sommersonnenwende bzw. der Wintersonnenwende gerade nicht mehr auf- bzw. untergeht. Der ein oder andere wirft seine Wünsche oder die seiner Kinder im Postamt ein. Und ein Besuch beim Weihnachtsmann darf natürlich nicht fehlen.

Nur ein kurzer Spaziergang entfernt führt uns zu den Santa´s Igloos Artic Circle mit Besichtigung der luxuriösen Glas Iglus. Die kleinen aber sehr gemütlichen Iglus verfügen über ein eigenes Bad und Kleiderschrank. Das Highlight ist aber natürlich das Schlafzimmer. Das Dach besteht aus Glasscheiben, die beheizbar sind, sodass man trotz Eis und Schnee freie Sicht auf den Himmel hat, was natürlich bei Nacht besonders beeindruckend ist, wenn die Nordlichter zu sehen sind.

 

Den Nachmittag verbringen wir in Rovaniemi. Hier gibt es ein Einkaufszentrum, verschiedene Geschäfte und Restaurants. Eine nette Stadt, die ich persönlich allerdings nur als Zwischenstopp nutzen würde.

Am letzten Tag bekommen wir noch eine Führung durch das Arktikum Museum. Das Arktikum Museum beschäftigt sich sowohl mit den Naturphänomenen des Nordens, als auch mit der jahrtausendalten Kultur der Samen.

 

Nun geht es zurück zum Flughafen Rovaniemi. Wir fliegen wieder über Helsinki zurück nach Düsseldorf und lassen während der Flüge alle Eindrücke sacken.

Fazit: Eine tolle Reise mit unglaublichen einmaligen Erlebnissen. Finnland ist eine Reise wert! Für die Wintermonate habe ich einen Eindruck bekommen, ich glaube aber, dass Finnland auch im Sommer ein besonderes Ziel ist.

 

EINREISE
Für die Einreise nach Finnland benötigen deutsche Staatsbürger einen gültigen Personalausweis oder Reisepass.
Wichtig: Falls Sie planen, an einer Schneemobilsafari teilzunehmen, denken Sie an Ihren Führerschein!

GETRÄNKE/ALKOHOL
Wein und hochprozentigen Alkohol kann man in Finnland nicht in den lokalen Supermärkten kaufen, sondern nur in besonderen Geschäften. Gesetzlich darf an Wochentagen nach 20 Uhr kein Alkohol mehr verkauft werden, an Samstagen und Tagen vor gesetzlichen Feiertagen nur bis 18 Uhr. Das Mindestalter zum Kauf von Bier und Wein ist 18 Jahre, für Spirituosen 20 Jahre.

TRINKGELD
Trinkgelder sind in den Nordischen Ländern nicht üblich. Wenn Sie jedoch möchten, können Sie den Zimmermädchen eine kleine Aufmerksamkeit hinlegen.

WÄHRUNG
Finnland ist Mitglied der Europäischen Union und somit ist der Euro das offizielle Zahlungsmittel. In Finnland werden alle Beträge auf 5 Cent gerundet, es sind daher keine 1- oder 2-Cent Münzen im Umlauf. Kreditkarten werden häufig benutzt, auch für kleinere Beträge.

ZEIT
In Finnland gilt die Osteuropäische Zeit (OEZ = MEZ +1), Ihre Uhren müssen Sie also eine Stunde vorstellen.