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Vancouver Island mit Kind und Camper

REISEBERICHT
Da Kanada wirklich riesig ist, sollte man sich vorher genau überlegen, welche Region man erkunden möchte. Um ganz Kanada zu bereisen, muss man wohl mehrere Reisen machen.
Unsere Wahl für diese Reise fiel auf British Columbia (BC) an der Pazifikküste Kanadas. Mit Vancouver findet man hier eine der schönsten Städte der Welt: Im Vordergund der Pazifik mit all seinen Reizen, im Hintergrund die Rocky Mountains mit Schneebedeckten Gipfeln. Und dann ist da noch Vancouver Island, bekannt für seine vielen Nationalparks, Wale-Watching, Lachse, Seen und viel Weite und Natur! Alleine Vancouver Island ist schon kaum in einer einzigen Reise komplett zu entdecken, so groß und vielfältig ist diese Insel!

Zur Anreise entschieden wir uns für einen Nonstopflug ab Frankfurt nach Vancouver. Da der Flug die ganze Zeit Richtung Westen geht, kommt am Ende eine Zeitverscheibung von stolzen 9 Stunden zustande! Hui, die muss man wirklich erst mal verarbeiten. Den Flug bekommt man, auch mit Kind, wegen eines vielfältigen Bordentertainment-Programmes gut überbrückt.
Mit dem Taxi ging es zu unserem zentralen Hotel in Vancouver, welches wir schon vor der Reise gebucht hatten. Vancouver in momentan sehr gefragt und die zentralen Hotels sind auf lange Sicht oft ausgebucht. Wie auch in den USA üblich, bucht man die meisten Hotels ohne jegliche Verpflegung. Da es in naher Umgebung viele Restaurants gibt, die auch ein abwechslungsreiches Frühstück anbieten, ist dies kein Problem!

Vancouver
Diese Stadt zieht einen wirklich in ihren Bann!! Hier gibt es für jeden etwas! Moderne Hochhäuser neben dem weitläufigen Stanley Park, die Waterfront mit tollen Restaurants, dem Hafen für die Wasserflugzeuge, die direkt von dort starten, Chinatown, Gastown, Granville Island und und und...
Wir haben uns Fahrräder ausgeliehen, um die Stadt besser auf eigene Faust erkunden zu können. Das ist gar kein Problem in Vancouver und auch mit Kindern prima machbar. Auf den großen Straßen gibt es sogar eine eigene Spur für Radfahrer! So war auch die Erkundung des riesigen Stanley Parks, natürlich mit Badestopp, kein Problem!
Nach Granville Isalnd gelangt man am besten mit dem Wassertaxi. Hier gibt es spannende Markthallen voller Leben, Bistros, Cafes, Restaurants und Galerien. Ein wirklich sehenswertes Fleckchen!
Natürlich darf auch ein Besuch von Gastown nicht fehlen, dem ältesten Stadtteil von Vancouver. Auch hier findet man unzählige Kneipen und Restaurants. Wer einen Abend unter Einheimischen verbringen möchte, ist hier genau richtig! Doch vorsichtig, manche Restaurants erlauben am Abend tatsächlich keine Kinder! Man wird dann aber freundlich darauf hingewiesen... Ein kleines sehenswertes Highlight ist hier natürlich noch die "Steam Clock", die weltweit einzige dampfbetrieben Straßenuhr. Die Uhr wird aus Dampf des unterirdischen Rohrsysthemen betrieben, die zur Beheizung vieler Innenstadtgebäude eingesetzt werden. Viertelstündlich gibt die Uhr ein Pfeifkonzert von sich! Da strahlen nicht nur Kinderaugen!

Unser Camper
Nach drei Tagen in Vancouver wurden wir nach Absprache von unserer Camperstation am Hotel abgeholt. Die meisten Camperstationen liegen in Delta, etwa eine halbe Stunde von Downtown entfernt. Es macht Sinn darauf zu achten, dass der Transfer im Mietpreis inkludiert ist und eine frühe Übernahme des Campers möglich ist. So hat man noch genügend Zeit sich mit dem Camper vertraut zu machen, seine Koffer auszupacken und sich Lebensmittelvorräte zuzulegen. Außerdem ist es ratsam den Stellplatz für die erste Nacht noch bei Tageslicht zu erreichen. Oftmals muss hierfür rund um Vancouver noch eine Fahrt mit eine der vielen Fähren in Kauf genommen werden. Je nachdem, welche Route man plant.

Camper gibt es in allen Preis- und Ausstattungsklassen. Das ist ähnlich wie bei einem normalen PKW und am Ende sieht man dann auch, warum der eine Camper preiswerter ist als der andere. Man muss sich hier gut überlegen, welche Ansprüche man hat. Ob man z.B. für den Abend gerne eine Markise hätte, um immer trocken draußen sitzen zu können. Oder ob man ein Slide-Out-Modell wählt, welches auf dem Stellplatz viel Platz bietet aber beim Fahren keine Überbreite hat! Oder oder oder... Wir beraten Sie hierzu gerne.

Hinzu kommt noch, dass man sich vorher überlegen sollte, welche Strecke man in etwa fahren möchte. Denn man zahlt für jeden gefahrenen Kilometer. Günstiger ist es hier, vorab Kilometerpakete in Blöcken zu kaufen. Dann sollte man aber wissen, wie viele Kilometer man etwa fahren wird. Es gibt außerdem auch Pakete mit unbegrenzten Kilometern.

Bettwäsche, Handtücher, Töpfe und Teller lassen sich ebenfalls hinzubuchen. Auch das macht Sinn, denn das Gepäck bei Flugreisen ist doch stark beschränkt. An der Camperstation kann man außerdem Campingstühle und andere Annehmlichkeiten hinzu mieten. Das sollte man sich jedoch gut überlegen, da der Neukauf eines Campingstuhls oft genauso teuer ist wie die Miete,  und man hat dann einen neuen Stuhl! Ein Tipp noch an dieser Stelle: Viele Camper lassen die gekauften Sachen am Ende der Reise an der Station zurück. Fragen Sie freundlich an der Station: Oft darf man die Sachen kostenfrei mitnehmen! Das spart das Budget der Urlaubskasse!

Reisen Sie mit Kind, sollten Sie über das Thema "Auto-Kindersitz" nachdenken. Diese sind in Kanada nämlich vorgeschrieben. Da die hinteren Sitze im Camper aber in aller Regel nur mit Beckengurte ausgestattet sind, lassen sich hier keine einfachen Sitzerhöhungen befestigen, sondern nur richtige Kindersitze. Wir können Ihnen diese vorab reservieren, sodass Sie sicher und nach Vorschrift mit ihren Kindern reisen können!

Ihre Koffer können Sie übrigens an der Camperstation einlagern lassen, sofern Sie eine Rundtour gebucht haben und am Ende der Reise den Camper an der gleichen Station wieder zurück geben. So gewinnen Sie viel Stauraum, den Sie z.B.  für Getränke- und Wasservorräte noch brauchen werden!

14 Nächte im Camper
Nach der Übernahme des Campers war unser Plan direkt nach Vancouver Island überzusetzen, sodass wir auf jeden Fall unsere vorgebuchte Fährpassage von Tsawwassen nach Swartz Bay erreichen. Da noch etwas Zeit übrig war, haben wir direkt einen Supermarkt angesteuert um den Kühlschrank zu füllen.
So ein kanadischer Supermarkt ist schon ganz anders, als wir das aus Deutschland kennen. Die Packungsgrößen sind riesig! So gibt es z.B. 20er-Packungen mit Hühnereiern! Da wäre direkt unser Kühlschrank voll gewesen! Auch Milchpackungen sind ungleich größer als bei uns! Frische Sahne findet man meist nur im Tetrapack, sodass wir im Supermarkt erst mal lange suchen mussten. Und Alkohol findet man gar nicht in einem normalen Supermarkt. Dafür muss man extra in einen Liquor Store, wo widerum für Kinder der Zutritt verboten ist. Auf Getränkedosen und Flaschen ist in Kanada in der Regel auch Pfand, wobei man die Behältnisse der alkoholischen Getränke wieder in den Liquid Store zurück bringen muss, und die anderen in den Supermarkt. Nach einiger Zeit hatten wir es dann raus ;-))

Die Campgrounds für unsere Reise hatten wir alle vorreserviert, da wir in der Hauptreisezeit unterwegs waren. Wir wolten ja auch nicht irgendwelche Plätze, sondern schön und ruhig gelegene Plätze in einer tollen Lage. Und da kann man gar nicht früh genug reservieren. Tipps hierzu gibts bei uns im Büro!
Auch die wichtigsten Fährverbindungen haben wir vorreserviert. Das verschafft Sicherheit und verkürzt die Wartezeiten mitunter enorm!

Unser erster Campground war in der Nähe von Victoria. Das war vom Fähranleger nicht allzuviel Fahrzeit. So konnten wir uns erst mal in Ruhe häuslich einrichten. Am nächsten Tag haben wir auch direkt Victoria, die Provinz-Hauptstadt British Columbias, besucht. Die Stadt beeindruckt jeden Besucher durch den typischen englischen Flair, der zumindest in Downtown allgegenwärtig spürbar ist. Besonders der Inner Harbour ist sehenswert. Hier starten Wasserflugzeuge und Ausflugsboote. Außerdem findet man hier die originellen Taxi-Wackelboote.
Auch Chinatown ist hier einen Besuch wert, - immerhin das erste Chinesenviertel überhaupt in Kanada! Hier findet man auch die Fan Tan Alley, eine sehr enge Gasse mit verschiedenen Shops!

Weiter ging unsere Camper-Reise nach Qualicum Beach. Auf dem Weg dorthin machten wir noch einen Stopp in Duncan, der Stadt der Totempfähle. Hier kann man sich auf Totem-Tour begeben, indem man einfach den auf den Boden gemalten Fußspuren folgt, Man sieht so ca. 80 Totems, darunter der nach Durchmesser Weltgrößte! Etwas weiter liegt das BC Forest Discovery Center, ein schön angelegtes Freilichtmuseum über das Ökosystem der Wälder und die Entwicklung der Forstwirtschaft und Holzindustrie. Bei Kindern besonder sbeliebt ist die Fahrt mit der alten Schmalspurbahn!
Auch einen Stopp in Coombs sollte man nicht verpassen. Auf dem Dach des Coombs Country Markets grasen tatsächlich Ziegen. Der Markt hat es so zu einer kleinen Berühmtheit mit seinen "goats on the roof" geschafft! Das Sortiment dieses Farmer Markets ist aber auch nicht zu verachten!
Unser Campgrund war mitten in der Natur und wunderschön! So hatten wir uns kanadische Wildniss vorgestellt! Hier kann man auch mal morgens ein Bad im klaren Fluss nehmen, anstatt einer Camping-Dusche! In der Umgebung gibt es viele Wanderwege und man findet riesige von Moos überwachsene Bäume!